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Amphetamine: wie lange nachweisbar?

Wie lange sind Amphetamine im Urin, Speichel, Blut und Haar nachweisbar? Nachweiszeiten, Einflussfaktoren und passende Testverfahren im Überblick.

mtmedictest Diagnostik
Fachredaktion
4 Min. Lesezeit Aktualisiert Mai 2026
Amphetamine: wie lange nachweisbar?

Amphetamine sind synthetische Stimulanzien, die zu den häufig getesteten Substanzklassen im Drogenscreening gehören. Das Nachweisfenster im Urin ist mit 1–3 Tagen vergleichsweise kurz; im Haar hingegen lässt sich der Konsum über Monate dokumentieren. Wichtig zu beachten: Bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. ADHS-Präparate) können bei einem Standard-Amphetamintest zu positiven Ergebnissen führen.

Auf einen Blick

  • Urin: 1–3 Tage
  • Speichel: 1–2 Tage nach Konsum nachweisbar
  • Haar: historischer Konsum über Monate nachweisbar
  • Medikamente mit Amphetaminen (ADHS) können zu positiven Ergebnissen führen

Was sind Amphetamine?

Amphetamine (kurz: Amphetamin) sind eine Gruppe synthetisch hergestellter psychoaktiver Substanzen mit stark stimulierender Wirkung auf das Zentralnervensystem. Bekannte Strassennamen sind Speed oder Pep. In der Schweiz unterliegt Amphetamin dem Betäubungsmittelgesetz; es wird jedoch auch in therapeutischen Kontexten — zum Beispiel als verschreibungspflichtiges ADHS-Medikament — eingesetzt.

Im Körper wird Amphetamin zum Teil unverändert, zum Teil als Metabolit p-Hydroxyamphetamin über den Urin ausgeschieden. Tests erfassen in der Regel die Gesamtfraktion aus Muttersubstanz und Metaboliten. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit können auch einige Medikamente (z. B. Lisdexamfetamin, Dextroamphetamin) im Standard-Test reaktiv sein.

Nachweiszeiten

Amphetamine werden vergleichsweise rasch vom Körper ausgeschieden. Das Nachweisfenster im Urin ist kürzer als bei fettlöslichen Substanzen wie THC.

TestverfahrenNachweiszeit (Richtwerte)Hinweise
Urintest1–3 TageStandardverfahren; empfindliche Tests können etwas länger nachweisen
Speicheltest1–2 TageGeeignet für Konsum der letzten Stunden bis ca. 2 Tage
HaartestMonateBis zu 90 Tage und länger; für historischen Konsumsnachweis
BluttestStunden bis ca. 1 TagSehr kurzes Fenster; wird vor allem in medizinischen Notfallkontexten eingesetzt

Das kurze Fenster im Urin (1–3 Tage) unterscheidet Amphetamine von Cannabinoiden und Benzodiazepinen. Einmaliger Konsum wird schneller ausgeschieden als bei häufigem Gebrauch, bei dem eine gewisse Akkumulation entstehen kann.

Einflussfaktoren

  • Harn-pH: Saurer Urin beschleunigt die Ausscheidung von Amphetamin, alkalischer Urin verlangsamt sie. Dies ist einer der bedeutsamsten physiologischen Einflussfaktoren.
  • Konsumhäufigkeit: Bei regelmässigem Konsum kann sich das Fenster auf 3–5 Tage ausdehnen.
  • Dosis: Höhere Dosen verlängern die Nachweiszeit entsprechend.
  • Stoffwechsel: Individuelle Unterschiede in Leberfunktion und Nierenfunktion beeinflussen die Ausscheidungsrate.
  • Testempfindlichkeit (Cut-off): Der Standardwert für Amphetamin-Tests liegt bei 1000 ng/mL (Urin); Tests mit tieferem Cut-off weisen Spuren länger nach.

Passender Test

Der Urintest ist die erste Wahl für den Amphetaminnachweis: Er deckt den Konsum der letzten 1–3 Tage zuverlässig ab, ist einfach durchzuführen und liefert ein Schnellergebnis. Standard-Multi-Panel-Tests schliessen Amphetamine ein.

Soll sehr aktueller Konsum (letzte Stunden) nachgewiesen werden, eignet sich der Speicheltest. Für historische Aussagen über den Konsum der letzten Wochen oder Monate ist die Haaranalyse geeigneter — sie erfasst auch Amphetamine zuverlässig und eignet sich für gerichtliche oder forensische Kontexte. Mehr dazu bei den Methamphetaminen, die ein ähnliches, aber etwas längeres Nachweisfenster aufweisen.

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Wichtig: Die angegebenen Nachweiszeiten sind Richtwerte aus medizinischer Fachliteratur. Im Einzelfall kann das tatsächliche Nachweisfenster je nach Dosis, Konsumhäufigkeit, individuellem Stoffwechsel und Testempfindlichkeit deutlich abweichen. Im beruflichen oder rechtlichen Kontext — etwa bei der MPU, bei Gerichtsverfahren oder Therapienachweisen — muss ein positives Schnelltestergebnis stets durch eine zertifizierte Laboranalyse (GC-MS oder LC-MS/MS) bestätigt werden. Nur die Laborbestätigung ist rechtssicher.